Pressemitteilung
Einflüsse auf das Stillverhalten von Müttern
09.03.2010
Muttermilch ist perfekt darauf abgestimmt, was ein Baby braucht - kein Fertigprodukt kann das ersetzen. Und sind Mutter und Kind erst einmal ein eingespieltes Team, ist das Stillen meist unkomplizierter und zudem günstiger als zu Fläschchen zu greifen. Trotzdem ist es heute nicht mehr selbstverständlich, Babys die Brust zu geben: Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) stillt jede fünfte Mutter ihr Baby überhaupt nicht mehr. Und lediglich sechs von zehn Säuglingen erhalten länger als drei Monate Muttermilch.
Ob eine Mutter stillt, hängt offenbar mit ihrem Bildungsgrad zusammen: Während nur jede zehnte Mutter mit Abitur oder Studium bei der Forsa-Umfrage angab, nicht gestillt zu haben, war es bei den Müttern mit Hauptschulabschluss fast jede Dritte. Außerdem geben Frauen, die auf dem Dorf oder in Kleinstädten leben, häufiger die Brust als Großstädterinnen. Und es gibt ein Ost-West-Gefälle: In den neuen Bundesländern stillen neun von zehn Frauen, dafür jedoch nicht so lange wie die westdeutschen Frauen, von denen weniger als acht von zehn ihren Kindern die Brust geben.
Vier von zehn Müttern, die gestillt haben, gaben an, dass sie die Stillzeit früher abbrechen oder eher zufüttern mussten als sie sich eigentlich vorgenommen hatten. Grund war bei über der Hälfte der Frauen, dass sie zu wenig Milch hatten. Stillprobleme wie eine entzündete Brust oder Schmerzen machte jede Vierte für den vorzeitigen Still-Stopp verantwortlich.
Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für
Risikobewertung plädiert dafür, sechs Monate voll zu stillen. Denn
das Stillen hat viele Vorteile: "Gestillte Babys erkranken später
seltener an Mittelohrentzündungen und Infektionen des
Magen-Darm-Traktes oder der Luftwege. Außerdem beugt das Stillen
Allergien wie Heuschnupfen, Asthma oder der Hautkrankheit
Neurodermitis vor
", sagt Beate Thier, Ärztin bei der TK. Laut
aktueller Allergie-Leitlinie, unter anderem herausgegeben von der
Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinischen Immunologie,
genügen nach neuesten Erkenntnissen allerdings bereits vier Monate
Stillzeit zur Allergieprävention.
Darüber hinaus nehmen gestillte Kinder langsamer zu als
"Flaschenkinder" und neigen auch später weniger zu Übergewicht.
"Offenbar birgt eine schnelle Gewichtszunahme im Babyalter
langfristig das Risiko, zu dick zu werden
", sagt Thier. Mütter, die
ihre Kinder nicht stillen können oder wollen, sollten ihnen deshalb
nur Milch mit einem niedrigen Eiweißgehalt geben. So können sie die
Gewichtszunahme auf ein natürliches Maß beschränken.
Und auch die Mütter selbst profitieren vom Stillen: "Frauen, die
gestillt haben, haben ein geringeres Risiko, an Brustkrebs zu
erkranken. Und sie erreichen nach der Geburt leichter wieder ihr
Normalgewicht. Damit ist auch die Gefahr für spätere
Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes reduziert. Außerdem
schüttet der Körper beim Stillen ein Hormon aus, das die Rückbildung
der Gebärmutter unterstützt
", so Thier.
Foto: Techniker Krankenkasse
http://www.kinderkrankenpflege-netz.de/presse/2010/stillen_einfluesse.shtml
