Pressemitteilung
Kinder leiden zunehmend an Bewegungsmangel
08.04.2010
Kinder und Jugendliche in Deutschland bewegen sich zu wenig. Demnach sind zwei von drei Kindern an einem gewöhnlichen Schultag höchstens eine Stunde lang in Bewegung. Lediglich jeder Fünfte ist täglich ein bis zwei Stunden körperlich aktiv. Die zunehmenden Folgen sind vor allem Adipositas aber auch Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit und Gelenkschäden.
Wie die KIGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts ergab, sind in Deutschland bereits 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig. Ein Problem: Dicke Kinder sind in der Schule häufig Hänseleien ausgesetzt, werden ausgegrenzt und futtern aus lauter Kummer oft immer weiter. Doch nicht nur das: Auch Krankheiten, die in der Regel erst im Alter auftreten, wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit oder Gelenkschäden, machen sich breit.
Zwei von fünf Jungen zwischen 14 und 17 Jahren sehen täglich
fünf Stunden Fernsehen, sitzen am Computer oder der Spielkonsole.
Nicht alle sind übergewichtig, aber KIGGS zeigt, dass der Anteil der
Übergewichtigen mit dem Medienkonsum steigt. Unter den Mädchen, die
drei Stunden und mehr TV konsumieren, ist jedes achte
adipös. "Die Lebensweise von Kindern und Jugendlichen hat sich in
den letzten Jahren rasant verändert
", sagt Dr. Andrea Hoppe, Ärztin
bei der TK. "Die Kinder bewegen sich weniger und verbrauchen daher
auch weniger Energie. Gleichzeitig nehmen Kinder und Jugendliche aber
zu viele Kalorien zu sich.
" Und das Risiko ist groß, dass sie die
überschüssigen Pfunde auch mit ins Erwachsenenalter schleppen.
Was können Eltern und Kinder tun?
"Voraussetzung ist, dass
die Eltern die Trägheit und das Übergewicht ihrer Sprösslinge früh
erkennen und auch bereit sind, eigene Gewohnheiten zu überdenken.
Denn viele Faktoren, die bei der Entstehung von Übergewicht eine
Rolle spielen, werden in der Familie erworben
", sagt Hoppe. Die
Ärztin rät: "Jugendliche, die zu Übergewicht neigen, sollten ihr
Essverhalten auf lange Sicht ändern. Regelmäßige Mahlzeiten mit
frischen und vielseitigen Gerichten können einen gesunden Rhythmus in
die tägliche Ernährung bringen. Zudem ist Sport ein wichtiger
Ausgleich für Fernseher, Computer und Co
", so Hoppe. Jugendliche, die
sich regelmäßig bewegen, haben eine bessere Chance schlank zu bleiben
oder abzunehmen. Dafür sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Rad
fahren, Joggen und Inlineskaten am besten geeignet. Ausdauersport ist
gelenkschonend und regt den Stoffwechsel an. Außerdem fördert
regelmäßiger Sport die Fettverbrennung und baut Fettdepots ab. Dafür
bauen die Kinder beim Sport Muskelmasse auf, die wiederum dafür sorgt,
dass sie noch mehr Fett verbrennen.
Es kommt gar nicht auf eine spezielle Sportart an. Die Kinder sollten das tun, was ihnen Spaß macht, dann hören sie vermutlich auch nicht nach kurzer Zeit wieder auf.
Zum Hintergrund
Für die repräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK bundesweit 1000 Eltern über ihre Kinder zwischen sechs und 18 Jahren befragt.
Foto: Techniker Krankenkasse
http://www.kinderkrankenpflege-netz.de/presse/2010/kinder_bewegungsmangel.shtml
