Pressemitteilung
Wenn Kinder stottern - Tipps zur Therapeutensuche
19.08.2008
Neue Broschüre des Logopädenverbandes und der Stotterer-Selbsthilfe unterstützt Eltern bei der Suche nach einem geeigneten Stottertherapeuten für ihr Kind.
5 Prozent aller Kinder durchleben, bedingt durch eine Veranlagung, in ihrer Sprachentwicklung eine Phase, in der sie stottern. Der Beginn liegt meist zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr, spätestens jedoch bis zum Alter von 12 Jahren. Bei 75 Prozent dieser Kinder legt sich das Stottern wieder von selbst. Da sich jedoch nicht sagen lässt, welches Kind das Stottern tatsächlich wieder verliert und bis wann, empfiehlt sich für Eltern in jedem Fall eine frühzeitige diagnostische Abklärung.
Wenn das Kind jedoch bereits unter seinem veränderten Sprechen leidet, es Begriffe oder Laute vermeidet, Zeichen von Anstrengung sichtbar werden, Angst vor dem Sprechen entwickelt oder wenn die Eltern verunsichert sind, ist eine logopädische Diagnostik und Beratung, gegebenenfalls auch eine Therapie sogar dringend notwendig. Spätestens dann stellt sich den Eltern die Frage nach einem qualifizierten Stottertherapeuten.
Doch woran können Eltern erkennen, wer der richtige Therapeut bzw.
die richtige Therapeutin für ihr Kind ist? Nach welchen Aspekten
können sie eine gute Auswahl treffen? "Aus unserer langjährigen
Arbeit als Interessenvertretung stotternder Menschen und ihrer
Angehörigen wissen wir, wie sehr sich Eltern eine Hilfestellung bei
der Therapeutenwahl wünschen
", erklärt Dr. Matthias Kremer,
Vorsitzender der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe. Erstmals
haben nun Betroffene und Stottertherapeuten gemeinsam einen Katalog
mit neun Kriterien entwickelt. "Mütter und Väter können unter
Beachtung dieser neun Kriterien auch als Laien eine gute Entscheidung
für ihr stotterndes Kind treffen
", so Kremer weiter.
"Das Wichtigste ist natürlich, dass die Chemie stimmt zwischen
Therapeut, Kind und Eltern
", weiß die Präsidentin des Deutschen
Bundesverbandes für Logopädie, Dr. Monika Rausch. Auf dieser
Grundlage gebe es aber weitere Merkmale, nach denen ein geeigneter
Therapeut ausgesucht werden könne. "Neben dem Umgang mit Terminen und
Wartezeiten sind dies: Ausführlichkeit der Information, fachliche
Qualifikation, Transparenz der Therapie, Einbeziehung des Umfeldes,
Kontakt zur Schule, realistische Prognose, Berücksichtigung aktueller
Therapieerkenntnisse sowie Therapieeffekte in definierten
Zeitrahmen
", so Rausch.
Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe
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