Pressemitteilung
Hebammenverband fordert Erleichterungen für Krankenhäuser
08.04.2008
Der neue Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst war längst überfällig. Der Abschluss liegt deutlich über der Inflationsrate, sodass die Beschäftigten seit langem mal wieder einen Reallohnzuwachs erhalten. Die Freude über den Tarifabschluss währte allerdings nur kurz, weil sie sofort von der Frage nach möglichen Auswirkungen für die Beschäftigten im Krankenhaus verdrängt wurde.
Bereits heute sind die Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft völlig
unterfinanziert. Da eine Ertragssteigerung im Krankenhaus so gut wie
unmöglich ist, ist die Sorge berechtigt, dass die zu erwarteten
Mehrausgaben wiederholt durch Personalabbau kompensiert werden sollen.
"Aber da gibt es nichts mehr einzusparen", so Martina Klenk,
verantwortlich im Hebammenverband für den Bereich der angestellten
Hebammen. "Unsere Kreißsäle sind bereits heute notorisch unterbesetzt,
sodass eine gute Geburtshilfe nicht mehr gewährleistet ist. Ich
befürchte, dass bei einem verstärkten Personalmangel die
Kaiserschnittrate noch weiter nach oben klettern wird und sich die
Geburtseinleitungen häufen werden. Heute schon ist zu beobachten, dass
die Frauen mit ihren Neugeborenen nicht die zeitliche Zuwendung erhalten
können, um wohl versorgt ins heimische Wochenbett entlassen zu werden
",
so Martina Klenk weiter.
Damit die Kreißsaalhebammen nicht eines Tages auf der "Rote Liste"
stehen, solidarisiert sich der Hebammenverband mit den Pflegenden und
ärztlich Tätigen und fordert eine Aufhebung der Budgetierung für
Krankenhäuser. "Jetzt ist die Politik am Zug. Sollen die Krankenhäuser
einigermaßen menschenwürdig bleiben, dann muss jetzt schnellstens
nachgebessert werden
" so Martina Klenk.
http://www.kinderkrankenpflege-netz.de/presse/2008/hebammen-finanzierung.shtml
