Pressemitteilung
Diagnose ADHS - Zunahme um 50 Prozent
09.06.2008
Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) verzeichnete von 2004 bis 2007 - also in nur drei Jahren - eine Zunahme der Diagnose ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) um 50 Prozent. Waren im Jahr 2004 noch 21 von 1.000 Jugendlichen betroffen, so lag die Zahl 2007 bereits bei 33 ADHS-Diagnosen auf 1.000 Jugendliche.
Eine halbe Million Kinder und Jugendliche sind in
Deutschland betroffen. Jungen erkranken dreimal so häufig wie
Mädchen. "ADHS ist keine Krankheit, die vom Himmel fällt. Vielmehr
scheint es so zu sein, dass gesellschaftliche und psychosoziale
Entwicklungen eine Rolle spielen - wie etwa Reizüberflutung,
mangelnde Zuneigung, familiäre Konflikte und zu wenig körperliche
Bewegung. Dem darf nicht nur mit Arzneimitteln begegnet werden
",
erklärt Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der Kaufmännischen
Krankenkasse (KKH). Zuwendung, Freunde und Bewegung bei Spiel und
Sport seien entscheidende Parameter. Dass in den modernen
Industriegesellschaften etwas nicht stimme, zeige sich auch an
anderen bedenklichen Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen wie
etwa Übergewicht und dem steigenden Alkoholkonsum.
Um dem Phänomen ADHS zu begegnen, sei es notwendig, eine
qualitativ hochwertige, leitlinienbasierte Diagnostik und Therapie in
der ambulanten ärztlichen Versorgung sicherzustellen. So wie es auch
ein neues Konzept der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vorsehe.
"Eine medikamentöse Therapie sollte nicht im Vordergrund stehen.
Körperorientierte und psychologische Maßnahmen haben absoluten
Vorrang
", so der KKH-Chef. Die Vorschläge für Eltern-Trainings sowie
für einen Patientenpass mit individuellen Informationen und Daten
seien sinnvoll.
http://www.kinderkrankenpflege-netz.de/presse/2008/adhs.shtml
