Direkt zum Menü, Tastenkombination ALT + 1 | Direkt zum Inhalt, Tastenkombination ALT + 2

Ausbildung Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin/Kinderkrankenpfleger

Organisation der Ausbildung

Die Ausbildung in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege dauert drei Jahre. Falls Sie bereits Krankenschwester oder -pfleger sind, reduziert sich diese Zeit auf 1,5 Jahre. Ausgebildet werden Sie an Berufsfachschulen, die den Kliniken angegliedert sind. Die Vergütung während der Ausbildung ist einheitlich festgelegt.

Ausbildungsbeginn ist bei den meisten Schulen im April und/oder Oktober.

In Deutschland gab es 2010 übrigens 209 Ausbildungsstätten mit insgesamt 9627 Ausbildungsplätzen für angehende Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen (Quelle: Statistisches Bundesamt, Destatis).

Integrative Ausbildung

Seit einigen Jahren gibt es die Forderung, die Kinderkrankenpflege-Ausbildung abzuschaffen und in eine allgemeine Pflegeausbildung zu integrieren (Generalistische Ausbildung). Soweit ist es noch nicht, aber die Ausbildung hat sich bereits verändert. Die meisten Schulen bilden inzwischen nach dem integrativem Modell aus. Dabei lernen TeilnehmerInnen der Kranken- und Kinderkrankenpflege zusammen in einem Kurs bzw. einer Klasse. Die Unterrichtsinhalte sind für ca. zwei Jahre identisch. Auch die praktischen Einsätze finden für Auszubildende aus der Kinderkrankenpflege durchaus bei Erwachsenen statt. Im dritten Jahr spezialisieren sich die Auszubildenden entsprechend ihrem Berufswunsch (Differenzierungsphase).

Es gibt Modellversuche, die eine Ausbildungsdauer von insgesamt 3,5 Jahren vorsehen. Damit erwirbt man sich beide Pflegeabschlüsse und kann sich dann überlegen, ob man lieber in der der Kranken- oder Kinderkrankenpflege arbeiten möchte.

Kinderkrankenpflegeausbildung vor dem Aus?

Am 01.03.2012 hat eine Arbeitsgruppe zur "Weiterentwicklung der Pflegeberufe" ein Positionspapier veröffentlicht, das aufzeigt, wohin die Pflegeausbildung führen soll. Demnach wird es die Ausbildung in der Kinderkrankenpflege nicht mehr lange geben: Weiterentwicklung der Pflegeberufe. Der DBfK fordert am 19.03.2014 die "Generalistische Ausbildung". Ein Artikel der Süddeutschen (16.04.2014) titelt "Aus drei Pflegeberufen soll einer werden".

Theoretischer Unterricht und Praxiseinsätze

In den meisten Schulen wechseln sich Praxiseinsätze mit Unterrichtseinheiten regelmäßig ab. Man spricht auch von "Blöcken". Das heißt, Sie werden mehrere Wochen am Stück die Schulbank drücken, Theorie vermittelt bekommen oder zusammen praktische Übungen durchführen. Danach gehen Sie für einige Wochen auf eine Station, um dort zu arbeiten und das Gelernte anzuwenden.

Während der praktischen Einsätze helfen Ihnen Mentorinnen oder Praxisanleiterinnen sich einzuarbeiten. Sie erklären Ihnen wie der Stationsablauf organisiert ist, Besonderheiten die zu beachten sind und vieles mehr. Das gibt Ihnen, den Angehörigen und auch den Patienten Sicherheit. Wo genau Sie überall arbeiten werden hängt von den vorhandenen Stationen der Klinik ab. Beispielhaft für den Bereich der Kinder- und Jugendmedizin seien genannt:

Praxiseinsätze innerhalb bestimmter Bereiche sind häufig freiwillig. Nicht jeder möchte oder kann auf einer Kinderkrebsstation oder auf einer Frühgeborenen-Intensivstation arbeiten.

Manche Schulen bieten Ihnen die Gelegenheit auch außerhalb der Klinik einen praktischen Einsatz zu absolvieren. Das kann zum Beispiel in einem Kindergarten, bei der ambulanten Kinderkrankenpflege, einem Kinderhospiz oder in einer sozialpädiatrischen Einrichtung der Fall sein. Einige Einrichtungen unterstützen Ihre Auszubildenden auch, wenn diese planen ein paar Wochen im Ausland zu arbeiten.

Während der Ausbildung werden Sie Schichtdienst haben. Überwiegend wird es sich dabei um Früh- und Spätdienste handeln. Sie werden allerdings auch Nachts eingesetzt (maximal 80-120 Stunden in drei Jahren). Für die Tage die Sie am Wochenende arbeiten müssen, erhalten Sie natürlich zu einem anderen Zeitpunkt wieder Freizeit.

Abgesehen von Modellversuchen, ist die bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung unterteilt in Praxiseinsätze mit 2500 Stunden und in den theoretisch-praktischen Unterricht mit 2100 Stunden (davon 500 Stunden für die Differenzierungsphase). Im Detail sieht die "Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege (KrPflAPrV)" folgende Stundenverteilung vor:

Stundenverteilung für die praktische Ausbildung
Einsatzbereiche Stundenzahl
Gesundheits- und Krankenpflege von Menschen aller Altersgruppen in der stationären Versorgung in kurativen Gebieten in den Fächern Innere Medizin, Geriatrie, Neurologie, Chirurgie, Gynäkologie, Pädiatrie, Wochen- und Neugeborenenpflege sowie in mindestens zwei dieser Fächer in rehabilitativen und palliativen Gebieten 800
Gesundheits- und Krankenpflege von Menschen aller Altersgruppen in der ambulanten Versorgung in präventiven, kurativen, rehabilitativen und palliativen Gebieten 500
Differenzierungsbereich Gesundheits- und Kinderkrankenpflege
Stationäre Pflege in den Fächern Pädiatrie, Neonatologie, Kinderchirurgie, Neuropädiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie
700
frei verteilbare Stunden (im Ermessen der Schulen) 500
Stundenverteilung für die theoretische Ausbildung
Wissensgebiete Stundenzahl
Kenntnisse der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie der Pflege- und Gesundheitswissenschaften 950
Pflegerelevante Kenntnisse der Naturwissenschaften und der Medizin 500
Pflegerelevante Kenntnisse der Geistes- und Sozialwissenschaften 300
Pflegerelevante Kenntnisse aus Recht, Politik und Wirtschaft 150
frei verteilbare Stunden (im Ermessen der Schulen) 200

Was verdiene ich während der Ausbildung?

>> Ausbildungsvergütung

Sie haben noch Fragen zur Ausbildung?

Im Pflege(aus)bildungsforum finden Sie kompetente Ansprechpartner. Dort lesen und schreiben sowohl AusbilderInnen als auch Auszubildende.

zum Seitenanfang

http://